Psychotherapie

Psychotherapie ist die (nichtmedikamentöse) Behandlung seelischer Erkrankungen des Denkens, Fühlens, Erlebens und Handels. Oft kann die psychotherapeutische (Mit-)Behandlung aber auch bei körperlichen Erkrankungen sinnvoll sein.
Die Psychotherapie unterscheidet sich zum einen von einem Gespräch unter Freunden und Freundinnen, indem sie sich an Theorien über die Ursachen von Störungen, deren Aufrechterhaltung und die zur ihrer Beseitigung notwendigen Methoden orientiert. Zum anderen ist die Psychotherapie natürlich ein „einseitiges Geschäft“; d. h. der/die Therapeut/in wird dafür bezahlt, dass er/sie sich die Sorgen und Nöte des/der Klienten/in anhört, ihm/ihr „mit Rat und Tat“ zur Seite steht, dabei aber mit seiner/ihrer eigenen Person und den eigenen Sorgen und Nöten völlig im Hintergrund bleibt.

  Beispiele

für

psychische Probleme

Angststörungen und phobische Störungen
Depressionen
Zwangsstörungen
Essstörungen
psychosomatische Störungen
Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen
nichtorganische Schlafstörungen
nichtorganische sexuelle Funktionsstörungen
Störungen der Impulskontrolle
Persönlichkeitsstörungen

Unbestritten ist, dass eine gute Klient/in-Therapeut/in-Beziehung eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg einer Psychotherapie darstellt, unabhängig davon, welcher therapeutischen Richtung der/die Therapeut/in folgt. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie, bevor Sie sich für eine Therapie bei einer/m bestimmten Therapeutin/en entscheiden, unverbindliche Erstgespräche (durchaus auch bei mehreren Therapeuten/innen) führen und sich kritisch fragen, ob Sie sich verstanden, akzeptiert und wohl fühlen und Vertrauen werden fassen können.

Von den Krankenkassen werden drei Therapierichtungen als sogen. Richtlinienverfahren anerkannt (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundiert Therapie).

  Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie sieht das Auftreten von Symptomen als Ergebnis einer lerngeschichtlichen Entwicklung.
Sie gründet sich auf den Erkenntnisse der Lernforschung und der Experimentalpsychologie und geht davon aus, dass menschliches Verhalten (also Denken, Fühlen und Handeln) erlernt wurde und somit auch wieder verlernt bzw. umgelernt werden kann. Dafür steht ein breites Spektrum an Techniken zur Verfügung. Die heutige Verhaltenstherapie hat dabei ein ganzheitliches Bild des Menschen und so werden die Entwicklungsgeschichte, Umwelteinflüsse und gesellschaftliche Bedingungen ebenso mit einbezogen, wie die Betrachtung des Denkens, der Gefühle und der körperlichen Prozesse.
Die kognitive Verhaltenstherapie wird als Bestandteil der Verhaltenstherapie verstanden. Deren Grundannahme ist, dass Gefühle und Verhaltensweisen ein unmittelbarer Ausdruck von Gedanken sind. Daher wird daran gearbeitet, problematische Denkweisen, die mit psychischen Problemen einhergehen, zu verändern. So denken z. B. depressive Menschen bei Misserfolgen sehr oft, sie seien selber daran schuld (etwa bei Prüfungen: „Ich bin eben dumm!“) und bei Erfolgen, sie seien daran weitgehend unbeteiligt („Ich habe einfach nur Glück gehabt...“), während nichtdepressive Menschen meist umgekehrt denken.

  Psychoanalyse

In der Psychoanalyse geht es immer um die Erforschung der einmaligen Lebensgeschichte eines Menschen. Störungen und Probleme von Erwachsenen werden auf ungelöste Konflikte in der frühen Kindheit (0 - 6 Lebensjahr) zurückgeführt. Das Standardverfahren ist das sogen. freie Assoziieren, d. h. alles, was einem in den Sinn kommt, wird gesagt. Der/die Therapeut/in hält sich weitgehend heraus. Ziel ist es, mit Hilfe der sich einstellenden Regression auf kindliche Beziehungsmuster und Erlebnisreaktionen vergangene, als traumatisch erfahrene Konflikte dem Bewusstsein und Erleben wieder zugänglich zu machen, um sie dann besser, der erwachsenen Person angemessen, lösen zu können. Wichtige Mechanismen sind die Übertragung und Gegenübertragung. Heftige emotionale Reaktionen z. B. eines/r Therapeuten/in sollen nicht so stehen gelassen werden, sondern dazu anregen, darüber nachzudenken, warum gerade diese/r Patient/in uns so aktiviert, und was das mit dessen Lebensgeschichte zu tun hat.
Eine Psychoanalyse dauert nicht selten mehrere Jahre mit bis zu 4 Sitzungen pro Woche. Symptome werden nicht - im eigentlichen Sinne - behandelt. Die theoretischen Grundlagen und die Wirksamkeit sind umstritten, werden aber z. B. von den Krankenkassen akzeptiert.

  Tiefenpsychologisch
fundierte Therapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie leitet sich aus der Psychoanalyse ab und übernimmt daher deren theoretische Annahmen und orientiert sich z. B. auch an dem Konzept der Übertragung und Gegenübertragung. Sie ist aber wesentlich kürzer angelegt, strebt auch keine Persönlichkeitsveränderung, sondern eher eine Symptomänderung und begrenzte Verhaltensänderung an, fokussiert inhaltlich stärker und der/die Therapeut/in greift auch direkter und aktiver ein.

  Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie wird zwar wissenschaftlich anerkannt, aber als (alleiniges) Therapieverfahren nicht von den Krankenkassen anerkannt.
Die Gesprächspsychotherapie wurde von C. Rogers entwickelt. Er ging davon aus, dass Ratschläge und autoritäres Verhalten der/des Therapeutin/en meist nur kurze und oberflächliche Effekte erzielen und die Klienten/innen eigentlich am besten wissen, was sie stört und wie sie dies verändern können. Sind Menschen jedoch zur Zeit nicht in der Lage, Beeinträchtigungen und deren Lösungen zu erkennen, so hat der/die Therapeut/in dafür zu sorgen, dass sie sich wieder frei entfalten und ihre Möglichkeiten wieder entwickeln können. Um dies zu erreichen, muss der/die Therapeutin drei Haltungen verwirklichen: ein genaues, feinfühliges Verständnis für die Erfahrungen und Gefühle des/der Klienten/in, eine vorurteilsfreie, positive Aufmerksamkeit für den/die Kienten/in und eine größtmögliche Aufrichtigkeit.

  Meine Schwerpunkte

Ich verfüge über eine abgeschlossene Weiterbildung als Verhaltenstherapeutin (mit Arztregistereintrag) und nutze die Techniken der Verhaltenstherapie als eine Art Werkzeugkoffer, um Sie bei der praktischen Lösung von Problemen zu unterstützen. Von meiner Grundausrichtung bin ich geprägt von der Humanistischen Psychologie (Gesprächspsychotherapie), d. h. die/den andere/n verstehen wollen, sie/ihn akzeptieren und wertschätzen und davon ausgehen, dass sie/er (vermeintlich) gute Gründe für ihr/sein Handeln hat. Die Grundannahmen der Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie überzeugen mich nicht so recht. Dennoch halte ich es in den meisten Fällen für sinnvoll und hilfreich, die Lebensgeschichte einer/es Klientin/en gemeinsam genauer zu betrachten, um ein besseres Verständnis für die Person zu gewinnen und ihr aktuelles Handeln daraus ableiten zu können.

  Kosten

Die Übernahme der Kosten durch Private Krankenkassen (PKV), die Beihilfestellen und die Berufsgenossenschaften ist in der Regel unproblematisch. Allerdings kann in Ihrem Tarif bei der PKV die Anzahl der erstatteten Therapiestunden pro Kalenderjahr eingeschränkt sein. Genaueres (und den entsprechenden Papierkram) besprechen wir nach einer ersten gemeinsamen Stunde.
Da sich die Übernahme der Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen bei einer Therapie bei mir im Moment als sehr schwierig gestaltet (dies gelänge event. nur im sogen. Kosten- erstattungsverfahrennach § 13 SGB V), verzichte ich z. Zt. auf diese Möglichkeit.
Als Selbstzahler/in kostet die Therapiestunde (50 Min.) bei mir 100,- Euro.